Moderne Wundversorgung

Besser und schneller heilen

Text: Carsten Ertl | Fotografie/Grafiken: Lohmann & Rauscher GmbH & Co KG

Wundversorgung mit modernen MaterialienAls Anfang der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts der amerikanische Professor T. D. Turner seine bis heute gültigen Anforderungen an einen modernen Wundverband formulierte, wurden Wunden noch überwiegend mit klassischen Materialien wie Mull- oder Saugkompressen versorgt und trocken gehalten.
Forschungsergebnisse aus den 60er Jahren hatten aber ergeben, dass eine feuchte Wundbehandlung vorteilhafter für die Wundheilung ist. Demnach sollte modernes Verbandmaterial überschüssiges Wundsekret aufnehmen und für ausreichend Feuchtigkeit in der Wunde sorgen. Außerdem forderte Turner, dass die Wunde vor äußeren Einflüssen und Auskühlung geschützt  und der Wundverband verletzungs- und rückstandsfrei entfernt werden sollte. Nach und nach kamen in den folgenden Jahren neue - moderne - Verbandmaterialien auf den Markt: Hydrokolloide, PU-Schäume, Calcium-Alginate, Hydrogele, Superabsorber u.a. machten es möglich, Turners Anforderungen gerecht zu werden. Die bis dahin bekannten Methoden und Materialien waren dazu nicht in der Lage und sorgen noch heute für mehr Irritation der Wunde als dass sie heilen.
Vor diesem Hintergrund verwundert es schon ein wenig, dass es 40 Jahre später immer noch sehr häufig klassisch versorgte Wunden gibt. Das Care-Team von o|r|t mit seinen examinierten Pflegekräften steht für moderne Wundversorgung, denn in den meisten Fällen kann bei erheblich geringerer Verbandwechselfrequenz sehr viel schneller die Abheilung der Wunde herbeigeführt werden. Das macht moderne Wundversorgung wirtschaftlich. Zur Zeit veranstalten Krankenkassen hierzu Informationsveranstaltungen. Die AOK setzt beispielsweise speziell zum Thema "Moderne Wundversorgung" geschulte Pflegeberater ein, die vor Ort Wunden beraten und den Einsatz dieser modernen Technik fordern. Ärzteverbände rufen ihre Kollegen auf, diesen Weg zu gehen.  Dass das Budget des Arztes durch die Verordnung belastet wird, stimmt nur eingeschränkt: Regresse diesbezüglich gibt es nur bei fehlender Dokumentation des Wundverlaufs. Die Dokumentation erbringt der Wundmanager aus dem Sanitätshaus,  gerade Patienten mit chronischen Wunden bringt diese Technik einen wesentlichen Gewinn an Lebensqualität.
Carsten Ertl, exam. Krankenpfleger, Wundexperte ICW, Sanitätshaus o|r|t, Tel. 0551 37071-53